Erinnern, Verstehen, Verantwortung übernehmen –

Gedenkstättenfahrten gehören seit vielen Jahren zu den wichtigsten Bausteinen der historisch-politischen Bildungsarbeit an der Gesamtschule Petershagen. Im Rahmen dieser Arbeit machten sich Ende Juni und Anfang Juli 2026 insgesamt zwei jahrgangsübergreifende Gruppen der Klassenstufen 9 bis 12 mit insgesamt 95 Schülerinnen und Schülern und fünf Lehrkräften auf den Weg nach Oświęcim (Auschwitz), um sich an einem authentischen historischen Ort mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Ziel der Fahrten war es, historisches Wissen zu vertiefen, Empathie zu fördern und die Schülerinnen und Schüler für die Bedeutung von Demokratie, Menschenrechten und Verantwortung zu sensibilisieren.

Sofort am Tag der Anreise erkundeten die Schülerinnen und Schüler die Stadt Oświęcim. Bei einem geführten Rundgang lernten sie die Geschichte der Stadt im Zusammenhang mit dem Konzentrations- und Vernichtungslager kennen und besuchten das jüdische Zentrum sowie die Synagoge. Dadurch wurde deutlich, dass Auschwitz nicht nur ein Lager, sondern Teil einer jahrhundertealten Stadtgeschichte war.

Den Schwerpunkt der Reise bildete der Besuch der Gedenkstätte Auschwitz I und Auschwitz II-Birkenau. Während einer mehrstündigen Führung setzten sich die Jugendlichen intensiv mit der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik auseinander. Sie besichtigten die Häftlingsblöcke des Stammlagers, den Todesblock, die Todeswand, die erhaltene Gaskammer und das Krematorium sowie das weitläufige Gelände von Auschwitz-Birkenau mit seinen Baracken, den Ruinen der Gaskammern und Krematorien und dem internationalen Mahnmal.

Im Anschluss arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in Workshops der Gedenkstätte weiter. Je nach Gruppe standen Themen wie „Kinder in Auschwitz“ oder „Einzelschicksale“ im Mittelpunkt. Ergänzt wurden die Workshops durch moderierte Reflexionsgespräche, in denen historische Erkenntnisse mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen verknüpft wurden.

Die Gedenkstättenfahrten waren eingebettet in eine umfangreiche Vor- und Nachbereitung im Unterricht. Fächerübergreifend beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Geschichte des Nationalsozialismus, den Biografien von Opfern und Überlebenden sowie Fragen der Erinnerungskultur. Gleichzeitig wurden sie auf die emotionalen Herausforderungen eines solchen Gedenkstättenbesuchs vorbereitet. Nach der Rückkehr reflektierten sie ihre Eindrücke in Gesprächen und gestalteten gemeinsam eine Ausstellung für die Schulgemeinschaft. Ziel war es, das Erlebte weiterzugeben und andere Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken anzuregen.

Die Ergebnisse dieser Nachbereitung konnten kurz nach den Fahrten in der Aula der Schule besichtigt werden. Die ausgestellten Arbeiten zeigten eindrucksvoll, wie intensiv sich die Schülerinnen und Schüler mit den historischen Quellen, den Schicksalen der Opfer und den Fragen von Verantwortung und Erinnerung auseinandergesetzt haben. Die Tiefe der Recherchen, die Ernsthaftigkeit der Bearbeitung und die sensible Darstellung der Themen machten deutlich, dass die Gedenkstättenfahrten nachhaltige Lernprozesse angestoßen haben.

Dass die Eindrücke der Fahrt weit über die Schule hinausreichten, spiegelte sich auch in den Rückmeldungen vieler Eltern wider. Zahlreiche Familien berichteten, dass ihre Kinder nach der Rückkehr intensiv von ihren Erlebnissen erzählten und die Auseinandersetzung mit der Geschichte sie tief bewegt habe. Viele Eltern bezeichneten die Gedenkstättenfahrt als einen besonders wertvollen Bestandteil des Bildungsangebots der Gesamtschule Petershagen, der nachhaltiger wirke als jede Unterrichtsstunde allein.

Ein solches Projekt ist nur mit verlässlichen Partnern möglich. Unser herzlicher Dank gilt deshalb dem Team von PolenPlan, das die Organisation der beiden Fahrten mit großer Professionalität begleitet hat. Auch kurzfristige Änderungswünsche und organisatorische Anpassungen wurden stets unkompliziert und lösungsorientiert umgesetzt. Besonders bedanken möchten wir uns bei Frau Kwasny, die uns während der gesamten Vorbereitungszeit engagiert, geduldig und jederzeit freundlich unterstützt hat. Die hervorragende Zusammenarbeit hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Gedenkstättenfahrten für unsere Schülerinnen und Schüler zu einer so wertvollen Erfahrung werden konnten.

Eine besonders erfreuliche Nachricht erreichte die Schule nach Abschluss der Fahrten: Für beide Gedenkstättenfahrten wurden Fördermittel des Landes Brandenburg bewilligt, wofür wir uns ebenfalls herzlich bedanken.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gedenkstättenfahrten nach Auschwitz eindrucksvoll gezeigt haben, wie wichtig historisches Lernen an authentischen Orten ist. Sie vermitteln nicht nur Wissen über die Vergangenheit, sondern fördern Empathie, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, sich aktiv für Demokratie, Menschenwürde und gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form der Ausgrenzung einzusetzen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung und zum demokratischen Selbstverständnis unserer Schülerinnen und Schüler.

Doreén Ritter – Kommissarische Schulleiterin

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